Schattwald – Barbara Dribbusch

Der Roman „Schattwald“, geschrieben von Barbara Dribbusch erschien am 01.08.2016 im Piper Verlag, umfasst 368 Seiten und kostet in der Taschenbuchausgabe 10,00 EUR.

Zum Inhalt:

Anne Südhausen muss nach Insbruck reisen, um sich dort um den Nachlass ihrer verstorbenen Großmutter Charlotte zu kümmern. Neben Haus, Hund und besorgten Nachbarinnen, findet Anne dort Tagebücher ihrer Großmutter. Charlotte lebte zur Zeit des Zweiten Weltkrieges im Nervensanatorium Schattwald. Anne beginnt die Tagebücher zu lesen und erfährt nach und nach schreckliche Dinge, die im Sanatorium geschehen sind – als dann auch noch ein Mann in Annes leben tritt, der ungewöhnlich hohes Interesse an den Tagebüchern hat, gerät Anne in Gefahr..

Meine Meinung:

Das Cover machte mich auf das Buch aufmerksam und der Klappentext tat sein Übriges dazu. Ich mag Bücher sehr, in denen Themen wie Psychiatrie etc. aufgegriffen werden. Entsprechend waren meine Erwartungen an den Roman.

Anne Südhausen als Protagonistin war mir nicht direkt sympathisch, im Laufe des Lesens jedoch erreichte sie mich immer mehr und die Autorin schaffte es meiner Meinung nach ihre Charakterzüge ganz gut darzustellen. Nachdem Anne die Tagebücher im Haus ihrer Großmutter gefunden hatte, nahm für mich die ganze Geschichte richtig an Fahrt auf – überrascht wurde ich, als klar war, dass die Geschichte auf zwei Zeitebenen abläuft und Geschehnisse der Vergangenheit in die Gegenwart übergreifen, Geheimnisse aufgedeckt werden und ein Hauch von Mystik über allem liegt.

Nach ca. 100 Seiten war ich letztendlich so tief in der Geschichte drin, dass ich keine Probleme mehr mit Anne als Protagonistin hatte und das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Mir gefielen die Tagebuchauszüge sehr, ich hatte oftmals während des Lesens das Gefühl mit Charlotte in Schattwald zu sein. Gerne hätten die Tagebücher für mich noch länger sein dürfen und die Thematik Psychiatrie  in der Nazizeit noch mehr beleuchtet werden können.

Zu bemängeln habe ich im Endeffekt kaum etwas – ich finde es im Nachhinein schade, dass geschichtliche Hintergründe nur sehr oberflächlich behandelt bzw. nur angekratzt wurden. Meiner Meinung nach hätte es nicht geschadet, an einigen Stellen noch tiefer in diese Thematik einzutauchen.

Alles in allem fühlte ich mich wunderbar unterhalten – dazu hat auch definitiv der locker, leichte Schreibstil der Autorin beigetragen. Zum Schluss flogen die Seiten quasi nur so dahin und das Buch entpuppte sich für mich zu einem kleinen Pageturner, den ich definitiv weiter empfehlen werde. Auch wenn hier und da noch Ecken und Kanten bestehen.

Ein schönes Debüt der Autorin! Ich danke dem Piper Verlag für die Bereitstellung dieses Buches!