Die Spuren meiner Mutter – Jodi Picoult

Der Roman „Die Spuren meiner Mutter“, geschrieben von Jodi Picoult, erschien am 29.08.2016 im C.Bertelsmann Verlag, umfasst 502 Seiten und kostet als Hardcover neu 19,99 EUR.

Zum Inhalt:

Die dreizehnjährige Jenna sucht ihre Mutter. Alice Metcalf verschwand zehn Jahre zuvor spurlos nach einem tragischen Vorfall im Elefantenreservat von New Hampshire, bei dem eine Tierpflegerin ums Leben kam. Nachdem Jenna schon alle Vermisstenportale im Internet durchsucht hat, wendet sie sich in ihrer Verzweiflung an die Wahrsagerin Serenity. Diese hat als Medium der Polizei beim Aufspüren von vermissten Personen geholfen, bis sie glaubte, ihre Gabe verloren zu haben. Zusammen machen sie den abgehalfterten Privatdetektiv Virgil ausfindig, der damals als Ermittler mit dem Fall der verschwundenen Elefantenforscherin Alice befasst war. Mit Hilfe von Alices Tagebuch, den damaligen Polizeiakten und Serenitys übersinnlichen Fähigkeiten begibt sich das kuriose Trio auf eine spannende und tief bewegende Spurensuche – mit verblüffender Auflösung.

Meine Meinung:

Ich liebe dieses Buch! Treffender kann man es wohl kaum ausdrücken 🙂

Jodi Picoult war mir bisher von Büchern wie z.B. „Beim Leben meiner Schwester“ oder „Die Wahrheit meines Vaters“ bekannt. Auf ihr neuestes Werk wurde ich durch das wunderschöne, mintgrüne Cover aufmerksam. Drei kleine, graue Elefanten auf dem Cover zu sehen fand ich amüsant und gleichzeitig wurde ich auf die Geschichte neugierig und was es wohl mit den Elefanten auf sich hat.

Jenna, als Protagonistin in dieser Geschichte, ist auf der Suche nach ihrer Mutter. Diese verschwand aus dem Krankenhaus, nachdem in dem Elefantenreservat, in dem sie arbeitete, eine Pflegerin tot aufgefunden wurde. Nachdem etliche Vermisstenanzeigen im Internet in den letzten zehn Jahren keinen Hinweis auf den Verbleib von Jennas Mutter gebracht haben, wendet sie sich an das Medium Serenity. Serenity glaubt jedoch, den Kontakt zur übersinnlichen Seiten längst verloren zu haben und macht Jenna demnach wenig Hoffnung. Also macht Jenna den Ermittler ausfindig, der damals an dem Fall gearbeitet hat – Virgil hat sich mittlerweile als Privatdetektiv niedergelassen und vertreibt sich seine Zeit eher mit dem Leeren von Alkoholflaschen als dem Lösen von irgendwelchen Kriminalfällen. Dieses Trio, das unterschiedlicher nicht sein könnte begibt sich nun anhand von diverser Hinweise auf die Spur von Jennas Mutter.

Neben dem besonderen Cover, gefiel mir die Gestaltung der Geschichte ganz toll – der Leser erfährt die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. So erfahren wir als Leser zeitweise mehr, als eine der Hauptpersonen in diesem Moment schon weiß.

Weiterhin stellt Jodi Picoult so ihre unterschiedlichen Charaktere nach und nach vor – in einem sehr flüssigen Schreibstil flogen für mich die Kapitel, trotz der Länge des Buches an sich, nur so dahin. Besonders gefielen mir die Kapitel aus der Sicht, der verschwundenen Mutter Alice. Hier erlebt der Leser nicht nur die Geschehnisse der Vergangenheit und erhält Hinweise auf das Verschwinden von Alice, sondern er lernt unglaublich interessante Details über Elefanten.

Man merkt, wie sehr sich die Autorin mit dem Elefanten als Tier und seinen, zeitweise menschenähnlichen Verhaltensweisen auseinander gesetzt hat. An keinem Punkt der Geschichte, hatte ich das Gefühl, dass die Passage über das Leben der Elefanten deplatziert war – eher im Gegenteil.

Nachdem ich das Buch beendet hatte, brauchte ich einige Zeit, bis ich ein neues Buch beginnen konnte und das ist wirklich positiv – mich hat dieses Buch wahnsinnig beeindruckt. Selten war ich so gefesselt an eine Geschichte!