Die Kirschvilla – Hanna Caspian

Der Roman „Die Kirschvilla“, geschrieben von Hanna Caspian, erschien am 12.09.2016 im Heyne Verlag als Taschenbuch, umfasst 475 Seiten und kostet neu 9,99 EUR.

Zum Inhalt:

Isabell und ihre Großmutter Pauline treten ein Erbe in Köln an – Paulines Geburtshaus. Doch die alte Villa am Rheinufer birgt dunkle Geheimnisse. Bald sieht sich Isabell mit der Frage konfrontiert, ob ihr Liebesglück mit den Geheimnissen ihrer Familie zusammenhängt. Denn ausgerechnet Julius, Isabells neue Liebe, scheint tief in die schmerzliche Familientragödie verstrickt. Doch schließlich geben zwei Tagebücher aus den 1920er-Jahren, die die Zeit überdauert haben, Auskunft über die schockierenden Geschehnisse am Rheinufer – und über Wahrheiten, die niemand gerne über seine Familie erfährt.

Meine Meinung:

Hach – als ich das Cover sah, war ich bereits hin und weg. Ein mystisch wirkendes, altes Herrenhaus, eine Dame gekleidet im Stil der 20er Jahre, das schreit förmlich nach einer Geschichte rund um ein düsteres Familiengeheimnis – da schlug mein Herz direkt hoch, sodass ich dieses Roman in kürzester Zeit gelesen habe.

Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Isabell – diese reist mit ihrer Großmutter nach Köln, um das Erbe von Oma Paulines Bruder Oskar anzutreten. Hierbei handelt es sich um die alte Villa, in der Pauline aufwuchs. Unterstützt durch Julius, einem Mitarbeiter der Anwaltskanzlei, die sich um die Ernabgelegenheit kümmert, besuchen Isabell und ihre Großmutter das alte Anwesen. Oma Pauline scheint jedoch ganz und gar nicht begeistert von dem Erbe zu sein, was Isabell neugierig macht – bald kommt sie auf die Spur von Geheimnissen der Familie, die vielleicht besser unentdeckt geblieben wären.

Mit der Tatsache, dass wir zusätzlich eine Geschichte bzw. die Geschichte von Paulines Familie und deren Leben in der Villa in Köln um 1925 erfahren, hatte mich die Autorin direkt gepackt. Diese einzelnen Passagen aus der Vergangenheit ließen den Leser zeitweise bereits mehr wissen, als die Hauptpersonen der Geschichte in der Gegenwart. Weiterhin mochte ich die Geschichte aus der Vergangenheit zeitweise sogar lieber lesen, da die Autorin es mit ihrem sehr angenehmen Schreibstil schaffte, dass ich mit den Figuren litt bzw. das Gefühl hatte mich selbst in ihrer Zeit als stille Zuschauerin zu bewegen.

Meiner Meinung nach hätte man auf die Liebelei zwischen Julius und Isabell verzichten können – es ging mir an vielen Stellen einfach zu schnell mit den beiden bzw. es las sich nahezu kitschig – wahrscheinlich ist dies aber auch Geschmackssache. Ebenso hätte man einige Stellen kürzer fassen können – zeitweise habe ich mich ertappt, wie ich zwei, drei Zeilen eher quer las.

Alles in allem war es ein schöner Wohlfühlroman für mich – perfekt für die Herbstzeit und jeder Leser, der Bücher wie zum Beispiel vom Kate Morton oder Lucinda Riley mag, wird „Die Kirschvilla“ auch mögen.

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