Alles, was ich sehe – Marci Lyn Curtis

Das Buch „Alles, was ich sehe“ erschien 2016 im Königskinder Verlag in der Carlsen Verlag GmbH. Die Hardcoverausgabe umfasst 424 Seiten und kostet neu 18,99 EUR. Es wurde geschrieben von Marci Lyn Curtis und ist das erste Werk der Autorin, die zusammen mit ihrem Mann, zwei Kindern und einem Dackel im Maryland lebt.

Zum Inhalt:

Maggie ist blind und hasst ihr Leben. Doch plötzlich trifft sie den kleinen Ben und kann auf einmal wieder sehen – genauer gesagt: sie sieht Ben und sein Umfeld in einem kleinen Radius. Maggie versteht die Welt nicht mehr, sieht in dem kleinen Jungen jedoch eine Chance ihrem alten Leben wieder näher zu kommen. Durch den näheren Kontakt zu Ben lernt Maggie seinen großen Bruder Mason kennen, der auch noch der Sänger ihrer Lieblingsband ist. Mason glaubt jedoch nicht, das Maggie wirklich blind ist – immerhin bewegt sie sich in Bens Umgebung ziemlich sicher. Doch dann erkennt Maggie warum sie gerade den kleinen Jungen auf einmal sehen kann..

Meine Meinung:

Als das Buch bei mir eintraf, musste ich erst einmal das wunderschön gestaltete Cover bewundern. Auch nach Entfernen des Schutzumschlages war ich weiter begeistert – das Buch ist ein wahrliches Schmuckstück in jedem Bücherregal.

Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Maggie, die nach einer Hirnhautentzündung nicht mehr sehen kann. Durch Fehltritte in der Schule geht sie zudem noch zu einem Bewährungshelfer, in dessen Büro sie auf den kleinen Ben trifft, der an einer Behinderung leidet und somit auf Krücken angewiesen ist.

Zu Beginn hatte ich meine Probleme in das Buch herein zu finden, denn Maggie und ich wurde nicht warm miteinander. Zwar ist der Schreibstil der Autorin gut und einfach zu lesen, doch Maggis trotziges Verhalten ging mir ziemlich auf die Nerven. Natürlich konnte ich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, dass sie sich sträubt mit ihrer Blindheit und dem Leben als Blinde auseinanderzusetzen, aber oftmals hatte ich im ersten Teil des Buches das Bedürfnis Maggie an den Schultern zu packen und ihr zusagen, sie soll sich mal etwas zusammen reißen.

Der kleine Ben hingegen war mir von Beginn an sympathisch – die Autorin hat ihn meiner Meinung nach schön aufgebaut und im Nachhinein passt Maggis Charakter tatsächlich super zu ihm – die beiden sind die absoluten Gegensätze. Ben lässt sich von seiner Einschränkung nicht runterziehen, sondern macht das, auf das er Lust hat – er geht regelmäßig schwimmen, nimmt sogar an Schwimmwettkämpfen teil und liebt es in Enzyklopädien zu lesen. Er ist zwar viel jünger als Maggie, tritt jedoch sehr aufgeschlossen und fröhlich dem Leser entgegen. Mason, als älterer Bruder von Ben, ist meiner Meinung nach eher blass aufgebaut – ich hätte mir gewünscht noch mehr über ihn zu erfahren.

Ab ca. der Mitte des Buches hatte mich jedoch die Geschichte vollends gepackt. Maggie entwickelte sich durch die Freundschaft mit Ben weiter, was die Autorin meiner Meinung nach sehr gut dargestellt hat. Sie bring den Mut auf immer mehr zu lernen, wie man als Blinde das Leben meistern kann.

Der Punkt, an dem unsere Protagonistin erkennt, wieso sie Ben und einen immer größeren Radius um ihn sehen kann, gefiel mir wirklich sehr gut – er verleiht der Geschichte einen gewissen mystischen Touch.

Der locker, leichte Schreibstil mit aber auch frechen Sprüchen gefiel mir sehr gut – am Schluss finde ich es nun doch auch sehr bemerkenswert, wie gut es der Autorin gelungen ist Maggis Gedanken und Gefühle z.B. bezüglich dem Zusammenleben mit ihren Eltern aufzuzeigen.

Alles in allem hat das Buch meine Erwartungen wirklich übertroffen, es ist ein Werk, dass im Laufe des Lesens immer besser wird – ein gelungenes Debüt der Autorin.

Ich danke dem Carlsen Verlag für die Bereitsstellung dieses Rezensionsexemplares!

Hier der Link zum Buch im Carlsen Verlag

Alles,was ich sehe – Marci Lyn Curtis

 

 

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